Praktische Tipps für den inklusiven Unterricht
Teacher Light
Praktische Tipps für den inklusiven Unterricht: Kleine Schritte, große Wirkung im Klassenzimmer.
Inklusion findet nicht nur auf dem Papier statt, sondern im Klassenzimmer, im Alltag, in Begegnungen und in den kleinen Dingen, die wir bewusst gestalten. Für mich bedeutet inklusiver Unterricht, dass alle Kinder ihren Platz finden dürfen. Jedes Kind bringt Stärken, Eigenheiten und Bedürfnisse mit – und wir Lehrkräfte schaffen den Rahmen, in dem diese Vielfalt nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung erlebt wird.
Ich habe in meinem Alltag gemerkt: Es braucht nicht immer große Konzepte, sondern vor allem eine klare Haltung und viele kleine Schritte, die Wirkung zeigen.
1. Struktur und Orientierung geben
Kinder mit Förderbedarf profitieren besonders von klaren Abläufen und verlässlichen Strukturen – aber im Grunde tut das allen gut. Ein Begrüßungsritual, sichtbare Tagespläne und klare Übergänge geben Sicherheit.
2. Differenzieren – ohne zu trennen
Differenzierung heißt nicht, dass jedes Kind ein eigenes Arbeitsblatt bekommt. Viel wichtiger ist, Materialien auf verschiedenen Niveaus anzubieten – leicht, mittel, anspruchsvoll – ohne Wertung. Kleine Icons helfen, Schwierigkeitsstufen sichtbar zu machen.
3. Visualisieren & mehrkanalig arbeiten
Viele Kinder verstehen Inhalte besser, wenn sie nicht nur hören, sondern auch sehen und tun können. Kurze, klare Sprache unterstützt durch Bilder, Gestik, Beispiele oder Piktogramme öffnet Türen zu mehr Teilhabe.
4. Bewegung und Pausen einbauen
Lange stillsitzen fällt vielen schwer. Kleine Bewegungspausen oder ein kurzer Sozialformwechsel (z. B. Partneraustausch, Aufstehen und Karten ziehen) fördern Konzentration und Motivation.
5. Sprache bewusst einsetzen
Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe. Kurze Sätze, Wiederholungen, langsames Tempo und klare Betonungen helfen, Inhalte zu verstehen. Gerade Kinder mit Förderbedarf im Bereich Sprache oder Lernen fühlen sich dadurch mitgenommen.
6. Stärken sichtbar machen
Es ist leicht, nur auf Defizite zu schauen. Viel wichtiger ist es, kleine Fortschritte zu würdigen: ein gelungenes Beispiel, ein Arbeitsschritt, den ein Kind selbst geschafft hat. Das stärkt Selbstvertrauen und Motivation.
7. Gemeinsames Lernen betonen
Inklusion ist kein Zusatz, sondern ein Gewinn für alle. Kooperative Lernformen (Placemat, Museum Walk, Think-Pair-Share) ermöglichen, dass alle Kinder aktiv beteiligt sind – unabhängig vom Leistungsniveau.
Ein Gedanke dazu
„Wirklich inklusiv wird Unterricht dort, wo Unterschiede nicht ertragen, sondern als gemeinsamer Reichtum gefeiert werden.“
Kostenloses Extra
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Fazit: Inklusion lebt von Haltung, Klarheit und vielen kleinen Schritten. Strukturen, Visualisierungen und Bewegungspausen helfen nicht nur einzelnen Kindern – sie machen Schule für alle menschlicher und bunter.