Referendariat – Zwischen Herausforderung, Zweifel und Wachstum
Teacher Light
Referendariat – Zwischen Herausforderung, Zweifel und Wachstum: eine Zeit, die prägt, fordert und stark macht.
Das Referendariat gehört für viele Lehrkräfte zu den intensivsten und prägendsten Phasen überhaupt. Es ist diese besondere Zeit zwischen Uni und „echtem“ Lehrer:innenleben, in der man plötzlich vor Klassen steht, Unterricht plant, hospitiert wird, Lehrproben hält und gleichzeitig versucht, seinen Platz im System zu finden. Eine Zeit, in der man jeden Tag wächst, aber auch oft an seine Grenzen stößt.
Ich weiß, wie sich das anfühlt. Denn ich habe das Referendariat zweimal gemacht: einmal für das Regelschullehramt und einmal für die Sonderpädagogik. Beide Male war es herausfordernd, auf unterschiedliche Weise. Beide Male habe ich gezweifelt, bin an mir gescheitert, habe mich aber auch neu gefunden und bin daran gewachsen.
Meine Erfahrungen
Das erste Referendariat hat mir gezeigt, wie unbarmherzig der Druck manchmal sein kann. Alles ist neu: die ersten Stunden, die ersten Rückmeldungen, die ständige Frage, ob man „gut genug“ ist. Ich erinnere mich noch genau an Abende, an denen ich erschöpft dachte: „Das schaffe ich nicht.“ Aber ich habe auch erlebt, dass Schülerinnen und Schüler die größte Kraftquelle sein können – mit ihrem Lächeln, ihrem Vertrauen, ihrem ehrlichen Feedback.
Im zweiten Referendariat, diesmal als Sonderpädagogin, war vieles anders. Ich hatte schon Erfahrung, war sicherer, aber die Erwartungen waren nicht kleiner. Wieder kam der Druck, wieder diese Prüfungs-Atmosphäre, wieder das Gefühl, immer „beurteilt“ zu werden. Und trotzdem: Mit jedem Schritt habe ich klarer gespürt, dass mein Weg in der Schule genau hier liegt – im Arbeiten mit Vielfalt, im Fördern, im Stärken.
Was ich gelernt habe
- Perfektion gibt es nicht: Weder im Unterricht noch in der Rolle als Lehrkraft. Fehler sind unvermeidlich und wertvoll, weil man aus ihnen wächst.
- Feedback ist ein Geschenk: Rückmeldungen sind wichtig, aber nicht die ganze Wahrheit. Den eigenen Weg darf man nicht verlieren.
- Beziehung vor Methode: Manchmal war die Stunde nicht methodisch perfekt, aber die Kinder waren bei mir – das macht den Unterschied.
- Selbstfürsorge ist Pflicht: Pausen sind notwendig, Ausgleich ist kein Luxus, sondern Bedingung für Kraft.
- Reflexion macht stark: Nach jeder Stunde kurz innehalten – was lief gut, was nehme ich mit? Das verhindert, nur das Negative zu sehen.
Das Referendariat als Weg
Das Referendariat ist kein leichter Weg. Es ist geprägt von Unsicherheit, Druck und oft auch Selbstzweifeln. Aber es ist gleichzeitig eine Zeit, in der man unfassbar viel lernt – über Unterricht, über Kinder, über Schule und vor allem über sich selbst.
Ein Gedanke dazu
„Das Referendariat ist kein Maßstab dafür, wie gut du bist – es ist ein Weg, auf dem du lernst, wer du als Lehrkraft sein willst.“
Kostenloses Extra
Überlebens-Guide Referendariat
Meine Tipps als PDF: Selbstfürsorge, Reflexion, kleine Routinen für mehr Gelassenheit – für eine gute Zeit im Ref.
Fazit: Das Referendariat fordert, überfordert manchmal, zweifeln lässt es fast jede:n. Und doch steckt darin die Chance, zu wachsen und die eigene Rolle zu finden – Schritt für Schritt, Erfahrung für Erfahrung.